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Presseecho / Teltow-Fläming

Klage mit Knalleffekt gegen Sprengplatzbau

Waldeigentümer Erhard Nickisch will zwei Behörden wegen des Sprengplatzbaus auf dem BAM-Testgelände in Horstwalde verklagen. Knall auf Fall geht er dabei nicht vor. Akribisch hat Nickisch mit Hilfe eines Fachanwaltes in Dienststellen nachgefragt, Akten eingesehen, den Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum (CDU) um Hilfe gebeten.

Horstwalde. Wenn es auf dem im Wald gelegenen Sprengplatz der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) knallt, zucken Forstarbeiter und Jäger zusammen. Noch viel stärkere negative Knalleffekte befürchtet Erhard Nickisch in Horstwalde, so bald der im Bau befindliche zweite Sprengplatz in Betrieb geht. Der Waldeigentümer wirft der BAM und dem Brandenburgischem Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) Fehler beim Genehmigungsverfahren vor. Darum will er sie verklagen. Beide Behörden weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück.

„Da liegt vieles im argen“, sagt Nickisch. Bis auf die Stadt Baruth seien an dem Vorhaben weder direkte Nachbarn wie er beteiligt, noch Bürger in den umliegenden Orten Mückendorf, Horstwalde, Fernneuendorf ausreichend einbezogen worden. Anscheinend spiele das Schutzgut Mensch bei diesem Millionen-Projekt keine Rolle.

BAM investiert rund fünf Millionen Euro

Rund fünf Millionen Euro investiert die BAM wie berichtet in den Bau des zweiten Sprengplatzes für Großversuche. Er misst wie der alte 400 Meter im Durchmesser. Anders als in dem unweit gelegenen Munitionszerlegebetrieb in Kummersdorf-Gut jagt man bei Tests auf dem europaweit einzigartigen Gelände nichts vorsätzlich in die Luft. Vielmehr wird erforscht, wie eine Explosion im besten Falle verhindert oder zumindest die Folgen sehr gering gehalten werden können, damit niemand zu Schaden kommt.

„Und was ist mit uns?“, hakt Erhard Nickisch nach. Schon jetzt seien die Belastungen mehr als grenzwertig. Mal knalle es morgens, mal mittags. Ohrenbetäubende Lautstärken von bis zu 130 dB (A) habe er gemessen. „Wenn ich im Wald mit meinen Leuten Bäume pflanze oder Holz hacke, haut das dermaßen in den Rücken rein“, so Nickisch. So ein riesenlauter Knall sei wie ein Schlag, bei dem vor Schreck fast das Herz stehen bleibt, sagt Forstarbeiter Jeff Arnold. „Da fährt ein richtiger Rums in den Körper rein, als ob man auf eine Mine getreten ist“, so Jäger Daniel Skopp. „Hier zeichnet sich immer deutlicher ein Interessenkonflikt ab", sagt Michael Rippl-Bauermeister, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung „Wälder für Morgen“ und Revierleiter des Naturschutzgebietes „Schöbendorfer Busch“. Der neue Sprengplatz bedrohe seltene Tier- und Pflanzenarten in ihrer Existenz. Negative Effekte für den Tourismus befürchtet Nickisch mit Verweis auf den Wanderweg „Baruther Linie“ und den in Planung befindlichen Naturpark „Baruther Urstromtal“.

BAM-Pressesprecher Venio Quinque zufolge seien Bauvorhaben einschließlich der erforderlichen Genehmigungsverfahren Sache des BLB. Die BAM habe alle ihr obliegenden Verpflichtungen erfüllt, insbesondere bei der Einhaltung angemessener Abstände zu Ortslagen und öffentlichen Straßen. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung sei ein Artenschutzgutachten über zwei Vegetationsperioden erstellt worden.

„Womöglich wurde der geschützte Seeadler im Rahmen der Naturschutzbelange nicht mit betrachtet“, sagt Mario Genth. Der von Erhard Nickisch beauftragte Fachanwalt für Verwaltungsrecht vertritt den Standpunkt, „dass hier ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung hätte durchgeführt werden müssen“. Dem widerspricht Kathrin Schneider (SPD), Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, in ihrer Antwort an den Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum (CDU). Er hatte Nickischs Bedenken als kleine Anfrage an die Landesregierung weitergeleitet. Ministerin Schneider zufolge sei ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren für diese Anlage nicht erforderlich gewesen. Artenschutzrechtliche Verbotstatbestände wären laut Landesumweltamt nach erfolgter Prüfung nicht gegeben. Als Ersatzmaßnahmen müssten 16,1 Hektar Wald in der Gemarkung Schöneweide aufgeforstet, acht Hektar Wald in der Gemarkung Münchehofe umgebaut und 1000 Qadratmeter Straßenbetonplatten entsiegelt werden.

Nickisch: „Aber uns Menschen haben sie nicht mitgenommen.“

Hier würden Hunderttausende Euro dafür ausgegeben, um anderswo neue Bäume hinzustellen, empört sich Erhard Nickisch. „Aber uns als Menschen haben sie nicht mitgenommen. Das ist unglaublich ärgerlich, weil wir mit den Belastungen leben müssen“, so Nickisch. von Frank Pechold

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 19.10.2017

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