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Großbeeren - Osdorfer Straße soll Radweg werden

Eine der wichtigsten Pendlerstrecken zwischen Großbeeren und Berlin soll gesperrt und zu einem Radweg umgewidmet werden: Die Osdorfer Straße. Das will jedenfalls Großbeerens Bürgermeister Carl Ahlgrimm, der sich seit Jahren mit dem Land um die Finanzierung der Straße streitet.

Großbeeren. Die Pendlerstrecke Osdorfer Straße in Großbeeren könnte nun tatsächlich zwischen der Osdorfer Scheune und der Berliner Landesgrenze zu einem reinen Geh- und Radweg umgewidmet werden. Der Großbeerener Bürgermeister Carl Ahlgrimm (CDU) hat am Donnerstag angekündigt, einen entsprechenden Antrag an die Gemeindevertretung zu stellen. 

10 500 Autos am Tag

Seine Begründung: In einer Antwort des Landes-Infrastrukturministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum (CDU) sieht das Ministerium nach wie vor keinen Grund, die Straße von einer Gemeindestraße zu einer Landesstraße hochzustufen. Dabei benutzen nach einer Zählung der Gemeinde jeden Tag 10 500 Autos diese Strecke, viel zu viel für eine Gemeindestraße, findet der Bürgermeister. Und der Verkehr wird noch zunehmen: Auf der Berliner Seite sind unmittelbar an der Landesgrenze 2500 zusätzliche Wohnungen 

Ministerium sieht keinen Grund für Hochstufung in Landesstraße

Im Infrastrukturministerium sieht man das anders. „Verkehrsbelegung kann nicht das alleinige Kriterium für die Hochstufung einer kommunalen Straße sein“, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu. Entscheidend sei die überregionale Verbindungsfunktion. Es sei klar, dass in den berlinnahen Regionen die Verkehrsbelastung auf kommunalen Straßen höher sei als in den berlinfernen. „Wenn allein die Verkehrsbelegung entscheidend wäre, dann gäbe es im Berliner Umland nur Landesstraßen und in der Uckermark, der Prignitz und in Elbe Elster nur kommunale Straßen“, so Streu. Auch für kommunale Straßen gebe es Ausbaubedarf, dazu gehöre die Osdorfer Straße. Daran habe sich für das Ministerium nichts geändert. Deshalb sei der Gemeinde wiederholt Unterstützung angeboten worden. Einen Antrag auf Fördermittel sei aber bislang nicht gestellt worden. „Die Mittel dafür stehen bereit“, versichert der Sprecher. 

Regelmäßig Thema bei Dialog mit Berlin

Die Verkehrsentwicklung auf der Osdorfer Straße sei zudem seit 2009 regelmäßig Thema in Abstimmungsrunden zwischen Berlin und Brandenburg, denn sie verbinde Großbeeren mit den südlichen Berliner Stadtbezirken. Diese interkommunale Kooperation werde von beiden Ländern unterstützt. Das nächste Treffen dazu findet nach Angaben von Streu Mitte Dezember statt. Von Carsten Schäfer

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 17.11.2017

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