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Ärzteversorgung, Kitas und Kommunalfinanzen: Bürger nehmen die Politik in die Pflicht
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- Mittwoch, 04. November 2026 10:35
KAS-Dorfliebetour in Niedergörsdorf: Rund 30 Teilnehmer diskutieren mit Danny Eichelbaum und Kristy Augustin über die Zukunft des ländlichen Raums
NIEDERGORSDORF. Wo drückt der Schuh im ländlichen Raum? Wie bekommen Kommunen mehr finanziellen Spielraum? Und was tut die Politik gegen den Ärztemangel? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Dorfliebetour der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die nach ihrer Station in Großbeeren im Juli am 3. November im „Haus“ in Niedergörsdorf Station machte. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger aus Niedergörsdorf und Jüterbog nutzten die Gelegenheit, den CDU-Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum und Kristy Augustin konkrete Anliegen mit auf den Weg zu geben.
Mit dabei waren auch Niedergörsdorfs Bürgermeisterin Doreen Bossdorf und Marco Göritz, Ortsvorsteher von Altes Lager. Die Themenpalette reichte von der Personalausstattung in den Kitas über den Bürokratieabbau bis zur angespannten Kinderarztsituation im Süden von Teltow-Fläming und der finanziellen Ausstattung der Städte und Gemeinden.
„Politik muss sich den Fragen und Sorgen der Menschen stellen. Es reicht nicht, Entscheidungen in Potsdam oder Berlin zu treffen. Wir müssen wissen, was vor Ort gebraucht wird, und gemeinsam nach Lösungen suchen“, erklärte Danny Eichelbaum, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Brandenburg und rechtspolitischer Sprecher.
250 zusätzliche Lehrer für Brandenburg
Kristy Augustin, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und Sprecherin für Bildung, Jugend, Sport, Frauen und Kinderschutz, stellte sich insbesondere den Fragen zur Bildungspolitik. Sie verwies darauf, dass die Koalition aus SPD und CDU 250 zusätzliche Lehrer einstellen werde. Gerade im ländlichen Raum sei eine gute Unterrichtsversorgung entscheidend für die Zukunft der Kinder und die Attraktivität der Regionen.
44 Millionen Euro für Investitionen im Landkreis
Niedergörsdorfs Bürgermeisterin Doreen Bossdorf machte deutlich, dass die Kommunen angesichts ihrer vielfältigen Aufgaben dringend eine bessere finanzielle Ausstattung benötigten. Danny Eichelbaum verwies auf die bevorstehenden Investitionen des Landkreises Teltow-Fläming.
„Dass die Kreisumlage im kommenden Jahr stabil bleibt, ist eine gute Nachricht für unsere Städte und Gemeinden. Gleichzeitig investiert der Landkreis rund 44 Millionen Euro in Bildungseinrichtungen, Infrastruktur sowie den Brand- und Katastrophenschutz. Das stärkt unsere kommunale Infrastruktur und kommt den Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar zugute“, betonte Eichelbaum.
Neue Wege gegen den Ärztemangel
Besonders intensiv wurde über die ärztliche Versorgung im südlichen Landkreis diskutiert. Eichelbaum machte deutlich, dass das Land Brandenburg die Anstrengungen zur Gewinnung von Ärzten verstärken werde. Dazu gehörten die Ausbildung weiterer Mediziner an der Medizinischen Universität Lausitz in Cottbus, die Ausweitung des Landärztestipendiums und zusätzliche Werbemaßnahmen für eine Niederlassung im ländlichen Raum.
Auch die Kommunen seien gefragt: Sie stellten teilweise Wohnungen für zukünftige Ärzte bereit, während die Kassenärztliche Vereinigung Fördermöglichkeiten für die Ausstattung von Arztpraxen anbiete. Ein konkretes Beispiel für neue Wege sei das in Baruth erprobte Modell eines kommunal betriebenen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), bei dem die Stadt Ärzte anstellt und damit selbst Verantwortung für die medizinische Versorgung übernimmt.
Zudem erinnerte Eichelbaum an einen gemeinsam mit der Landrätin, den Bürgermeistern und der Kassenärztlichen Vereinigung durchgeführten Runden Tisch zur ärztlichen Versorgung. Ziel sei es, konkrete Lösungen für die Region zu entwickeln und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken.
Politik muss näher an den Menschen bleiben
Auch beim Bürokratieabbau bestand Einigkeit: Bürger, Unternehmen und Kommunen müssten von unnötigen Vorschriften und aufwendigen Verfahren entlastet werden. Die Diskussion habe gezeigt, wie groß der Bedarf an verständlicher, bürgernaher und lösungsorientierter Politik sei.
„Solche Gesprächsformate sind wichtig, weil sie Politik und Alltag zusammenbringen. Die Bürger sagen uns unmittelbar, wo es Probleme gibt und was sie von uns erwarten. Diesen Austausch wollen wir fortsetzen“, erklärte Eichelbaum.
Für das kommende Jahr kündigte er deshalb weitere Veranstaltungen der KAS-Dorfliebetour in den Dörfern und Gemeinden von Teltow-Fläming an. „Wir wollen nicht nur über die Menschen reden, sondern mit ihnen. Politik muss zuhören, ansprechbar sein und konkrete Verbesserungen erreichen. Dafür steht die Dorfliebetour.“