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Wenn Kinder Leidtragende werden - Besuch im Märkischen Kinderdorf

Mitten in der Stadt Ludwigsfelde befinden sich mehrere Häuser umgeben von Spielplätzen und einer Rodelbahn. Es ist das Märkische Kinderdorf, eines anerkannten freien Trägers der Jugendhilfe. Bereits seit 1991 existiert die Einrichtung, die Kapazität liegt bei 50 Kindern und Jugendlichen, die dann wenn es „in den Familien brennt" und das Jugendamt eingreifen muss, hier Hilfe und Unterstützung finden. Es ist Vormittag und noch ruhig in der Einrichtung. Die Kinder, von denen manche hier bleiben, bis sie eine eigene Wohnung beziehen können, sind in der Schule. Erst nach und nach trudeln die Kinder ein. Es sind teilweise ergreifende Einzelschicksale, die meist von Überforderung der Eltern, Drogensucht und Vernachlässigung, aber auch von sexuellem Missbrauch handeln. Iris Wassermann, die Geschäftsführerin und Leiterin der pädagogischen Arbeit empfängt eine kleine Delegation, die sich über die Arbeit informieren möchte. Mit dabei ist die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin, der Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum, der Kreistagsabgeordnete Dirk Steinhausen und der CDU Vorsitzende aus Ludwigsfelde Detlef Helgert. Gerade in den letzten Monaten sind Kinderheime stärker in den Fokus geraten.

Wenn Kinder zu Leidtragenden geworden sind, dann muss das Jugendamt reagieren, zumal wenn das Kindeswohl gefährdet ist. „Bei uns geht es um Anerkennung, Ernst nehmen, Zuhören, klares Strukturieren des Tagesablaufs und Übernahme von Pflichten, erläutert Iris Wassermann. Nicht ohne auch auf die Probleme hinzuweisen, dass es zunehmend schwieriger wird ausreichend Fachkräfte für diese anspruchsvolle Arbeit zu finden. Die hier beschäftigten Sozialpädagogen arbeiten in Wechselschichten, um 24 Stunden eine Betreuung sicherzustellen. Als negativ hat sich herauskristallisiert, dass es keine Heimerzieherausbildung mehr gibt, sondern vieles in der Erzieherausbildung in diesem Bereich zu kurz kommt. „Der Fachkräftemangel zeigt sich auch hier und wenn wir den „Schwächsten" unserer Gesellschaft, die in Not geraten sind, hier helfen können, dann muss Ausbildung, Anzahl und Betreuungsschlüssel auf die Bedürfnisse angepasst werden und wir müssen stärker an die Eltern ran", fasst die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche zusammen.

Der Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum ergänzt: „Hier müssen die Landesregierung und der Landkreis mehr tun. Um so früher und um so besser wir den betroffenen Kindern wirksame Hilfsangebote unterbreiten können, umso weniger Hilfe benötigen die Kinder, wenn sie erwachsen sind. Deshalb darf es in diesem sensiblen Bereich keine finanziellen Kürzungen geben!" Viele Menschen bezeichnen diese Einrichtung als Reparaturbetrieb, wohl weißlich, dass nicht alle psychologischen Wunden repariert bzw. behandelt werden können. Mit viel Lob am Ende des Rundganges durch die Einrichtung erklärt abschließend Dirk Steinhausen "Es ist ein wunderschönes Heim, und es ist deutlich zu erkennen, dass die Arbeit der Fachkräfte auf die Kinder zugeschnitten ist."

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