Presseecho / Landtag
Fußfessel für Gewalttäter, Strafen für Deepfakes
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- Mittwoch, 22. April 2026 14:23
Vor dem Hintergrund des Falls der Schauspielerin Collien Fernandes debattierte Brandenburgs Landtag über digitale Gewalt.
Die Besuchertribüne im Potsdamer Landtag war übervoll. Schulklassen aus ganz Brandenburg waren am Mittwoch in den Plenarsaal gekommen, um die Arbeit des Landesparlaments zu erleben. Und als die parteilose Abgeordnete Melanie Matzies ans Rednerpult trat, grinste mancher Gymnasiast. „Viele Eltern haben keine Ahnung, was da abends unter der Bettdecke auf dem Smartphone ihrer Kinder läuft“, sagte die Psychologin.
Denn das Thema der Landtagsdebatte war die digitale Gewalt. …
Damit setzte der Sozialdemokrat einen Ton, der sich anschließend durch die ganze Debatte zog. „Wir haben es längst nicht mehr mit Einzelfällen zu tun, sondern mit einem strukturellen Problem unserer digitalen Gesellschaft“sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Danny Eichelbaum. Unser Strafrecht hält mit der technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt.“ Nötig seien ein modernes, wirksames, digitales Gewaltschutzrecht auf Bundesebene. Im Land hingegen bräuchten die Ermittlungsbehörden Kompetenzen beim Umgang mit Cyberkriminalität und digitale Forensik.
Keine Toleranz für digitale Gewalt
Auch der BSW-Abgeordnete Falk Peschel betonte, dass es keine Toleranz für digitale Gewalt geben dürfe. „Digitale Gewalt ist ein wichtiges Problem in unserer mehr und mehr digital geprägten Welt“, sagte Peschel. „Es passiert jeden Tag, und es ist nicht nur ein Angriff auf Frauen, es ist ein Angriff auf unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft.“ Aus Sicht des BSW müsse klar sein: Die Opfer bräuchten Hilfe. Dazu zählten Finanzierungen ebenso wie stabile Hilfsstrukturen…. Justizminister Benjamin Grimm (SPD) verwies dagegen darauf, dass sich Gewalt im Internet oftmals gegen Frauen richte. „Unserer Gesellschaft muss klar sein, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind, und Gewalt weder in der Erziehung noch in der Partnerschaft toleriert werden kann“, sagte Grimm. Er forderte besonders die Männer auf, sich gegen Gewalt zu engagieren. „Ich empfinde es so, dass wir Männer durchaus noch lauter werden können", sagte der SPD-Politiker im Potsdamer Landtag. Ein Großteil der Betroffenen digitaler Gewalt seien Frauen. „Ich wünsche mir, dass wir als Männer gemeinsam an der Seite der Frauen stehen.….“
Quelle: Nordkurier, 22.04.2026

Ansprechpartner: Patrick Nelte