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Unfall auf Berliner Ring – Stau in Trebbin

Immer wenn’s auf dem südlichen Berliner Ring der A 10 kracht, staut sich der Ausweichverkehr in Trebbin. Dann rächt sich, dass es hier noch keine Ortsumgehung gibt. Dem Bürgermeister reicht es jetzt.

Mir reicht es!“ Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) platzte am Mittwoch wieder der Kragen beim Blick auf die Berliner Straße. Sie führt mitten durch die Stadt und direkt am Rathaus vorbei. Und immer, wenn es auf dem südlichen Berliner Ring gekracht hat, hat man in Trebbin den Eindruck, mitten im Autobahnstau zu stehen. Dabei ist das nur der Ausweichverkehr.

Geduldsprobe für Fahrzeugführer und Trebbiner

So wieder am Mittwoch, als ab dem frühen Morgen die A 10 wegen eines Unfalls für mehr als sieben Stunden teilweise bis komplett gesperrt werden musste. Die Autos standen bis mindestens nach Löwendorf in der einen und bis nach Thyrow in der anderen Richtung. Lkw stand an Lkw und es ging nur schleppend weiter. Eine Geduldsprobe für die Fahrzeugführer wie für die Trebbiner Einwohner.

Unzumutbare Belastung für Trebbin

Aber die Geduld des Bürgermeisters ist nun endgültig verbraucht. In einem Brandbrief auf der Homepage der Stadt Trebbin schreibt er: „Die Lkw-Belastung in Trebbin hat ein Ausmaß angenommen, das mittlerweile unzumutbar ist.“ Er sorgt sich um die Gesundheit seiner Bürger. Und er verweist auf die unmittelbare Verkehrsgefährdung: „Die Berliner Straße ist Schulweg zur Grundschule und zur Oberschule.“

Ortsumgehung ohne ersichtlichen Grund gestrichen

Aber all das scheine die Verantwortlichen im Land und beim Bund nicht zu interessieren, ärgert sich Berger: „Hauptsache, die Laster rollen!“ Die Stadt Trebbin und der Landkreis Teltow-Fläming hätten bis zuletzt dafür gekämpft, dass die Ortsumgehung der B246 um Trebbin im Bundesverkehrswegeplan bleibt, in dem sie seit 20 Jahren vorgesehen war. Ohne ersichtlichen Grund habe die Landesregierung sie im vergangenen Jahr aus dem Plan gestrichen, ärgert sich Berger. Damit seien mindestens für die nächsten 20 Jahre alle Hoffnungen begraben worden.

Eichelbaum: Thema im Verkehrsausschuss

Vielleicht gibt es ja doch noch einen Hoffnungsschimmer. „Nach dem heutigen Mega-Stau wird die Ortsumfahrung Trebbin Thema im Verkehrsausschuss des Landtages“, teilte der örtliche Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum (CDU) am Mittwoch mit. Dafür werde er als Ausschussvorsitzender sorgen. Der Landesregierung wirft er vor, das Projekt jahrelang nicht für wichtig erachtet und die Trebbiner mit ihren Verkehrsproblemen allein gelassen zu haben.

Bürgermeister Berger reicht es

Bürgermeister Berger kündigte eine Luft- und Lärmmessung in der Berliner Straße an. Er rechnet mit gravierenden Überschreitungen der Grenzwerte für ein gesundheitliches Risiko. Dann könnten bei den Verantwortlichen „aus Fahrlässigkeit sogar Vorsatz werden“, schreibt er. Vielleicht öffne sich dann doch noch ein Weg für eine dauerhafte Entlastung der Trebbiner Innenstadt. „Mir“, so Berger, „reicht es nämlich schon lange!“

Von Hartmut F. Reck

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 12.07.2018

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