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Presseecho / Wahlkreis

Spargel-Ernte in Siethen wegen Corona nur mit einem Viertel der Erntehelfer

Fast eine Halbzeitbilanz der Spargelernte zieht Spargelbauer Roderich Ehlers im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum (CDU). Die Ernte ist trotz Corona auf einem guten Weg.

„Die Region gewinnt in Corona-Zeiten.“ Das ist das Fazit, dass der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreistages Teltow-Fläming Danny Eichelbaum (CDU) am Ende eines Besuchs auf dem SpargelhofSiethen zieht.

Reger Betrieb am frühen Morgen

Der rege Betrieb schon am frühen Morgen war vor dem Hintergrund der ja immer noch existenten Corona-Beschränkungen war so kaum zu erwarten. Und doch: Auf dem Spargelhof von Roderich Ehlersherrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Zwar ist der Restaurantbetrieb weiterhin geschlossen, aber der Verkauf über den Hofladen läuft gut. „Das hat sogar zugenommen“, sagt der „Ehemann der Betreiberin“, wie Ehlers sich selbst in aller Bescheidenheit vorstellt. Täglich gibt es hier, nur wenige Kilometer von Ludwigsfelde entfernt, frischen Spargel, aber auch Kartoffeln, Honig, Eier, Obst, saisonales Gemüse und Backwaren. Lediglich der Räucherfisch und der Wein sind nicht aus der Region. Wobei: Für den süßen Gaumen hat der Hofladen selbstverständlich auch Fruchtweine aus Werder im Angebot.

Hauptgeschäft Spargel

Keine Frage: Das Hauptgeschäft macht im Moment der Spargel aus. Dabei hatte es lange ganz anders ausgesehen. Die beiden Ehlers wussten nicht, wie sie das Edelgemüse überhaupt ernten sollten. Zwar nutzen sie weder Folien noch Heizung, um die Ernte zu beschleunigen. Die Nächte waren darüber hinaus verhältnismäßig kalt, dennoch führte der Lockdown und die damit geschlossenen Grenzen dazu, dass zunächst kaum Personal für die bevorstehende Ernte in Sicht war. „Es gab zwar unglaublich viele Anrufer, die bei der Ernte helfen wollten. Aber die meisten haben im Leben noch nie eine Stange Spargel gestochen“, sagt Ehlers.

Und erzählt von einer Bewerberin aus Berlin, die normal im Lehrerberuf arbeitet und die über Wochen ohne Bezüge freigestellt war. „Aber ohne Vorwissen geht gar nicht“, sagt der gebürtige Niedersachse und frühere Jurist.

Wir fliegen nicht

„Kurz vor Ostern hörten wir in den Nachrichten, dass die Grenze für 40.000 Erntehelfer in den Monaten Mai und Juni geöffnet werden soll.“ Ehlers nutzte die Kontakte – auch zum Landtagsabgeordneten Eichelbaum –, um die möglichst erfahrenen Erntehelfer per Flugzeug nach Deutschland und auf den Siethener Spargelhof zu holen. Alles war schon in Sack und Tüten, da bekam er die Nachricht der Erntehelfer aus Rumänien: „Wir fliegen nicht.“.Mit dem Bus oder gar nicht. Ohne Transitmöglichkeit durch Ungarn, Slowakei, Tschechien oder Österreich? Also gar nicht.

Arbeitspapiere per WhatsApp

Am Ostermontag immerhin waren die Arbeitsunterlagen für die polnischen Erntehelfer fertig. Per WhatsApp in Echtzeit ins immer noch unerreichbare Nachbarland geschickt, reisten die Helfer mit gemieteten Bussen gerade noch rechtzeitig an, um bei den Erntevorbereitungen zu helfen. „Nur ein Viertel der Arbeitskräfte, die wir sonst zur Ernte hier haben, steht uns jetzt zur Verfügung“, sagt der Spargelbauer. Er ist trotzdem optimistisch: „Die sind alle so engagiert, dass ich glaube, wir bekommen die Spargelernte trotz allem gut über die Bühne.“ 

Spargelfest im nächsten Jahr

Nachhaltig ist das Bedauern, dass in diesem Jahr das Spargelfest am 1. Mai nicht stattfinden konnte – auf beiden Seiten. Der Landtagsabgeordnete Eichelbaum ist fast schon Stammgast auf dem Siethener Hof, zum Spargelfest zumal. „Ein toller Anblick, wenn am 1. Mai Hunderte Ludwigsfelder über die Siethener Straße zum Spargelfest kommen.“ Er lobt die familiäre Atmosphäre und den Einfallsreichtum von Familie Ehlers, deren Fest immer etwas besonderes für Ludwigsfelder und Ausflügler aus der näheren und weiteren Umgebung ist. Vom Angebot ist Eichelbaum sowieso überzeugt, er findet „der Spargelschmeckt immer besonders gut hier“. 

Königin schon gekrönt

Spargelbauer Ehlers hatte für den 1. Mai sogar im Geiste schon eine Spargelkönigin gekrönt: Leonie Kutzbach, die ihr Abitur macht und nebenbei im Hofladen arbeitet, sollte die Krone bis zum Beginn der nächsten Spargelzeit tragen. „Aber“, so sagt Ehlers zwinkernd, „im nächsten Jahr.“ Dann schweigt er schnell, denn die junge Frau, die sich nach dem Abi bei der Bundespolizei und der Bundeswehrbewerben will, wusste bis eben nicht davon. Eichelbaums beim Abschied: „Die Produktion hier ist abgesichert. Ich bin froh, dass bei allen Schwierigkeiten das Angebot hier so gut angenommen wird.“ Er wird ganz sicher wiederkommen.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 01.06.2020

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