Arzneitests: Bund will aufklären Potsdamer Klinikum ein Schwerpunkt umstrittener Medikamentenstudien
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- Donnerstag, 16. Mai 2013 08:36
Der Skandal um fragwürdige Medikamententests, die westdeutsche Pharmafirmen zu DDR-Zeiten unter anderem in Brandenburg in Auftrag gegeben haben, schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem der öffentliche Druck in den vergangenen Tagen gewachsen war, kündigte der Beauftragte der Bundesregierung für die ostdeutschen Bundesländer, Christoph Bergner (CDU), gestern an, der Bund werde sich an der Finanzierung einer Studie der Berliner Charité beteiligen.
Die CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag zweifelte indes die Unabhän- gigkeit der Charité an und fordert die Einrichtung einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz von Hildigund Neubert, der Stasiunterlagen-Beauftragten in Thüringen, und mit finanzieller Beteiligung des Landes. Es wäre "der blanke Hohn", wenn ausgerechnet die Charité, die bislang bei der Aufarbei- tung komplett versagt habe, zum Zuge käme, so die Abgeordneten Saskia Lud- wig und Danny Eichelbaum. Das Land verweist indes weiter auf die Verantwortung des Bundes. Brandenburg habe großes Interesse an der Aufklärung der Vorgänge, so Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke). Allerdings sei man nicht Rechtsnachfolger des DDR- Gesundheitsministeriums.

Ansprechpartner: Patrick Nelte